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Kilimanjaro - Tanzania 1999 Label

Kilimandscharo - Kilimanjaro - Kibo - Uhuru Peak?

Kilimandscharo ist die deutsche, Kilimanjaro die englische Schreibweise, unter Bergsteiger wird er Kibo genannt und der Uhuhru Peak ist der Hauptgipfel.

Der Kibo ist ein typischer Vulkanberg mit einem schönen Kegel der noch immer aktiv ist. Im Inneren des ca. 2,5 km Krater erhebt sich noch ein kleinerer Krater, der "Reusch-Krater". An den Abhängen erkennt eine gelbliche Verfärbung der Schwefeldämpfe, die von der Aktivität des Vulkans zeugen.

Kilimanjaro

Technisch gilt der Berg als leicht, allerdings ist die Höhe nicht zu unterschätzen. 40% aller Versuche scheitern. Bei einer deutschen Gruppe die parallel zu mir aufstiegen, kamen von 16 Teilnehmer nur 6 bis zum Gillmanspoint und 2 auf den Uhuhru Peak. 2 mussten noch in der Nacht vor dem Gipfelsturm absteigen. Also ein Berg der nicht zu unterschätzen ist und gute Kondition und Trittfestigkeit erfordert.

Ich hatte mir bereits eine Agentur von zu Hause aus ausgewählt, und hätten mich auch am Kilimanjaor-Airport abholen sollen. Hätten ... . Da niemand von der ausgesuchten Agentur da war, nahm ich ein entsprechendes Angebot v. Monsoontravel an. Diese waren durch Mr. Moses am Flughafen vertreten. Für vereinbarte $ 600,- waren die Transportkosten zu/von Marangugate - Arusha, Guide, Koch, Träger, Eintrittsgebühr, Hutfees sowie eine Bergunfallversicherung inkludiert (dies ist ein Standardpackage).

Zum vereinbarten Termin wurde ich abgeholt und wir, Arie, ein Holländer der ebenfalls diese Tour macht, und ich wurden zu unserem Einstiegsort, Marangugate, gebracht. Unsere Träger sowie der Koch waren ebenfalls schon im Wagen. Der Guide, Oswald, stieß beim Ausgangspunkt zu uns. Nach eineinhalbstündiger Wartezeit am Gate, waren alle Formalitäten und Gewichtsaufteilungen erledigt, und wir konnten gegen 13 Uhr starten.

mandara

Mandara Hut, 2.675m

Warntafel

Warntafel

Protea

Am ersten Tag führte uns die Route vom Marangu Gate (1.826m) zu Mandarahut (2.700m). Dieses Teilstück führt durch den Regenwald und war zu großen Teilen sehr steil und stark verschlammt. Die Hütten, wie auch alle anderen am Marangutrail, wurden von Norwegen errichtet. Wir gingen zum "ausgehen" noch bis zum Maundikrater der in ca. 15 Gehminuten zu erreichen war. Ein netter Spaziergang zum einstimmen auf den nächsten Tag.

Am 2. Tag ging es  bis auf 3.720m, zu den Horombohuts.

Der Weg ging stetig aufwärts, zuerst noch durch den Regenwald, aber bald schon durch das Hochmoor. nach einer Viertelstunde sieht man erstmals den Mawenzi (5.149m), den 3. höchsten Berg Afrikas. 

links Kibo, rechts Mawenzi kurz nach den Mandara Huts

SenicioNach einer weiteren Viertelstunde erspäht man erstmals auf dieser Tour den "Kibo". Vorbei an vielen Blumen und anderen unbekannten, aber nicht weniger interessanten Pflanzen. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen, da es stetig bergauf geht, und so ein angenehmer Rhythmus rasch gefunden werden kann. 

Ab dem Masheo Point (3.182m) wird die Pflanzenwelt etwas niedriger. lediglich die Kreuzkraut "Senicio" wird noch über 2 Meter hoch. Nach ca. 4 Stunden erreichen wir die Horombohuts. Das Tagespensum für heute ist erfüllt. Da die Sonne angenehm scheint, liegen die meisten in den umliegenden Wiesen und genießen die Landschaft. Von Horombo aus ist auch der "Kili" zu sehen, der in einer wunderschönen Sonnenuntergangsstimmung versinkt.

Team

die Crew und Arie

Der 3. Tag ist unser Akklamationstag. Er beginnt recht unfreundlich mit Nebel, der im Laufe des Tages kommt und geht, am Abend allerdings wieder die Sicht auf unser Ziel wieder freigibt. Zur besseren Anpassung der Höhe gehen wir den "Upper-Trail" bis zum "Kibo-Saddle" auf 4.130m (insgesamt ca. 3 Stunden unterwegs), am Fuße des Mawenzi. Dieser Berg ist wegen seines ständigen Steinschlags gesperrt. Man sieht hier wunderbar auf die "Lower-Trail" quer durch die Steinwüste am "Saddle", den wir morgen gehen werden. Wenn die Wolken nicht wären, würde man einen herrlichen Blick auf den "Kili" haben.

Kibi, Saddle

Kibo, vom Saddle aus gesehen, 4.310m"Last Water"

Am Tag 4 unserer Besteigung gehen wir bis zu den Kibo-Huts auf 4.700m. der Weg führt noch durch das Hochmoor, vorbei an versch. Quellen, u.a. dem "Last Water". Hier füllen die Träger nochmals alle Wassertanks auf, da am heutigen Zielort keine Wasserstelle mehr ist.

Kibo Hut

Kibo Hut, 4.700 m

 Danach führt der Weg rasch in die Steinwüste am "Saddle". Es ist eine eigenartige Landschaft, rötlichbraune Erde und Steine. So stelle ich mir die Marslandschaft vor. Zügig geht es bergauf, aber im richtigen Rhythmus ist es ein richtiger Genuss hier zu gehen, immer im Anblick des "Kili". Kurz vor den Hütten beginnt es zu hageln, der nach eintreffen auf den Hütten in Schnee übergeht. Wir brauchten für diesen Abschnitt 4 Stunden. Ab dem späten Nachmittag baut sich bei allen eine Spannung auf. Um 18 Uhr (!) gehen fast alle schlafen, denn um Mitternacht geht's los.

Kibo und ich

im Angesicht des Kibo

Durch andere Gruppen wird es um 23:15 schon laut. Auch wir stehen gleich auf und frühstücken. nachdem nochmals Tee in unseren Flaschen gefüllt war, gingen wir um 23:45 los. Der Weg führt sofort steil in Zick-Zack hinauf. Wichtig ist nun die richtige Atemtechnik zu finden und die Geschwindigkeit daran anzupassen. Trinkpausen sind ebenfalls wichtig. Jeder Schritt wird bewusst gesetzt, in den Körper hineingehört - nur keine Kopfschmerzen kriegen! Nach ca. 1,5 Stunden ist die "Hans Meyer Cave" erreicht. Benannt nach dem (österr.) Erstbesteiger. Wieder eine Trinkpause. Weiter geht es im steilen Gelände rauf. Nach einer weiteren Stunde kommen wir zum losen Schotter  - 2 Schritte rauf, einer wieder runter, aber trotzdem gehen wir zügig voran. Die letzte Viertelstunde führt uns durch Felsen. Nach 3:45 Stunden sind wir am Gillmanspoint 5.715m (lt. Literatur benötigt man 5:30 Stunden) - dieser Punkt gilt bereits als Besteigung des Kibo und 90% aller erfolgreichen Kibobesteigungen enden hier.

5.681m - Gillmanspoint

5.681m - Gillmanspoint

Wir fühlen uns trotz des raschen Aufstiegs gut, und wir wollen auf den "richtigen" Gipfel. Nach einer Rast geht es weiter am Kraterrand zum "Uhuru-Peak". Über Fels und Gletscher stolpern wir über "kleiner" Gipfel, Bismark Tower (5.735m), Stella Point (5.745m), Hans Mayer Point (5.888m) und Elveda Point (5.890m) dem Hauptgipfel entgegen. Kurz vor 6 Uhr früh ist es geschafft - 5.895 Meter - am höchsten Punkt Afrikas angelangt! 

5.895 Meter

Gipfelglück um 6 Uhr auf 5.895 Meter

Urkunde Gratulationen, Fotos, und den Sternenhimmel genießen. Auch in den Krater sieht man recht gut, da durch die Gletscher alles (relativ) hell ist. Leider stellen sich bei mir nun Kopfschmerzen mit ein. Wahrscheinlich sind wir doch den ersten Teil zu schnell aufgestiegen! Ich beginne mit meinem Abstieg, und ich spüre auch, dass es besser wird. Auf den Kibo-Huts lege ich mich kurz nieder. Danach waren die Kopfschmerzen auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Wir gehen weiter zu den Horombohuts, wo sich am Nachmittag die Kopfschmerzen komplett legen.

Am 6ten und letzten Tag gehen wir bis zum Marangugate, wo wir die Urkunde über die Besteigung des Kibo erhalten und uns (nach dem Trinkgeld natürlich!) vom Guide verabschiedeten.

Anmerkung zum Trinkgeld: Das Trinkgeld hat hier eine andere Bedeutung als bei uns. Die Träger bekommen oftmals von den Agenturen erst nach etlichen Monaten den Lohn, und dann auch nicht immer alles. Mit dem Trinkgeld müssen die Männer die Familie durchbringen. Normalerweise sammelt der Guide das Geld ein (bzw. fordert der das sowieso ein) und verteilt dann nach seinem Gutdünken an die Crew. Arie und ich hatten uns verabredet, jedem direkt das Geld zu geben (wir gaben jeder $10,- an jedem), um aber zu verhindern, dass der Guide ihnen das Geld abnimmt, baten uns die Träger schon beim Abstieg, das Geld erst zu geben, wenn wir uns vom Guide getrennt haben. Da gab es unschöne Szenen seitens dem Guide, das nur durch eine Runde Bier zu entschärfen war. Aber die glücklichen Augen der Träger waren es wert!

P.S.: Die Höhenangaben variieren je nach Quellenangaben.

Aufstiegsdiagramm

Kilimanjaro - der Vulkan

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