Chrispage

Geherveranstaltung Distanz Zeit Rang Masters
österr. Meisterschaft 2003 50 km 5:53:59 3 2
österr. Meisterschaft 2003

20 km

2:02:37 9 2

2003 versuchte ich mich erstmals in einer neuen Disziplin: Wettkampfgehen. Unser Verein hat eine kleine erfolgreiche Tradition in dieser Disziplin. Da es für eine Mannschaftswertung einen Mitstreiter fehlte, musste man mich nicht lange Bitten.

.Start

Zu Dritt machten wir uns auf den Weg nach Spittal/Drau um an den österreichischen Strassen-Gehermeisterschaften über 20km teilzunehmen. Roland, einer meiner Mitstreiter und Träger vieler Geher-Titel, hatte mir davor die Techniken des Gehens und Tipps beigebracht. Sein Vater Willi komplettierte die Mannschaft.

Die Strecke, ein Rundkurs über 1km rund um das Schloss Porcia, musste logischerweise 20 mal umrundet werden. Bei herrlichem Wetter gingen 30 GeherInnen an den Start. Da ich mich ja als Anfänger betrachtete ordnete ich mich ganz hinten ein. Nach dem Startschuss ging es los. Die Spitzenleute waren schon nach der ersten Kurve um ein Eck von mir entfernt. Ich konzentrierte mich zuerst mal nur auf mich. nicht zu schnell anfangen um die Mannschaftswertung, wo wir uns eine Medaille ausrechneten, nicht zu gefährden, aber auch dass ich keine techn. Fehler mache.

alles eine Frage der Technik

immer auf die Beine achten ...

Im Gegensatz zum Laufen, gibt es hier 2 wesentliche Regeln: ein Fuß muss immer den Boden berühren und in der Gehbewegung muss das Bein einmal gestreckt sein. Das kombiniert mit den höherem Tempo ergibt das eigenartige Hinternwackeln.

Nach der ersten Runde war ich noch Drittletzter, aber nun ging es mir immer besser und ich konnte mein Tempo steigern. Ich machte auch tatsächlich Plätze gut! Ging ich Anfangs ein Tempo von 6:20 Min/km steigerte ich mich auf knapp über 6 Min/km.

Die Spitzengeher, es waren Olympiateilnehmer, regierende Weltmeister aus dem Ausland am Start, begannen mich schon nach der 4. Runde zu überrunden. Österreicher, mit einer Ausnahme, kamen erst viel später und überrundeten mich auch nur max. 1mal.

das entscheidende DuellWenn man als Außenstehender glaubt, Gehen muss fad sein, der irrt. Auch hier gibt es Duelle, taktisches Verhalten. Halt nur um ein paar km/H langsamer. In der 11. Runde begannen die ersten Österreicher mich zu überrunden. Als der zu diesem Zeitpunkt an 5. Stelle liegender mich zu überrunden versuchte, hängte ich mich an ihn an. Umso erstaunter war ich. als ich auch Schritt halten konnte. Wir wechselten uns nun in der Führungsarbeit ab. Nun konnte ich sogar mein Tempo erheblich steigern und meinen Gegner sogar abschütteln.

Nun ging alles noch viel besser! Ich konnte das Tempo halbwegs halten und überrundete sogar andere Teilnehmer.

Nach 2:02:37 Std. hatte ich die 20km hinter mir. Für einen Debütanten eine hervorragende Zeit und da sind noch einige Reserven drin.

beim Wettkampfrichter

bei einer der Wettkampfrichter die exakt auf die Schritte achten

In der Mannschaft konnten wir die erwartete Medaille erringen: Platz 3 in der österreichischen Staatsmeisterschaft. Überraschend kam meine Einzelwertung: in der Gesamtwertung wurde ich 9. und in meiner Altersklasse konnte ich die Silbermedaille erringen - nur geschlagen vom überragenden Wögerbauer, der an diesem Tag sogar Europarekord in der M-40 Klasse schaffte (1:36:21 Std.).

Einsatz

so verbissen wurde gekämpft

Zielsprint

Zielsprint

die erfolgreiche Mannschaft

 

die Mannschaftsehrung

die Bronzemannschaft

die Mastersklasse M-40

Pressebericht


Nach dem Erfolg über 20KM ritt mich der Affe und meldete mich auch bei der österreichischen Meisterschaft über 50KM an. Am 5. Oktober fand ich mich dann auf der Prater Hauptallee in Wien ein. Leider waren die äußeren Bedingungen denkbar schlecht. Regen, Sonnenschein dann wieder Regen usw., zum Schluss kam dann auch noch Wind auf. Aber der Reihe nach.

Gehen im Regen ...Pünktlich um 9:30 Uhr fiel der Startschuss. 19 Athleten nahmen die 50KM in Angriff. Mein Ziel war, nach anfänglichen vorsichtigem herantasten eine Kilometerzeit zwischen 6:00 bis 6:15 Min. zu gehen. Nach 2 Kilometer war ich auf diesem Tempo. Ein Ungar, der ebenfalls das erste mal diese Distanz ging, war bis KM 17 begleitete mich und wir konnten schöne Zeiten gehen. Leider war für ihn das Tempo zu hoch gewesen und er gab nach 20KM auf. Leider stellten sich nun bei mir auch Schmerzen an der rechten Leiste und Knie ein. Bis KM 25 biss ich durch, danach nahm ich Tempo raus und verlagerte die Gehspur in die Mitte der Strasse. Durch das seitliche Abfallen der Strasse zum Rand hin, ist eine einseitige Belastung gegeben, ich vermutete, dass dies auch der Grund meiner Schmerzen war. Nun ging es wieder besser, die Schmerzen waren aber noch immer dabei. Das Wetter setzte auch immer wieder zu, Regengüsse mit den Winden kühlten den Körper aus und zeitweise hatte ich klamme Finger.

Zu diesem Zeitpunkt bemerkte ich, wie das Teilnehmerfeld dahinschmolz. Eine Meisterschaftsmedaille vor Augen biss ich durch und ging weiter, das ursprünglichen Zeitziel, 5:15 bis 5:30 Std., ließ ich außer acht und nur durchkommen war nun wichtig.

Eine weitere Gefahr kam von oben, die Kastanien die immer wieder vom Wind runtergeschüttelt wurden und dann natürlich ein Hindernis auf der Strecke darstellten.

Nach 5:53:59 Std., 20 mal auf einer 1,25km langen Strecke auf und ab, war ich froh, das Ziel erreicht zu haben. Der Lohn war der Dritte Platz in der Österreichischen Meisterschaft und in meiner Altersklasse wurde ich, wie beim 20KM Bewerb, wieder Vizemeister hinter Österreichs einzigem Weltklasse-Geher Stephan Wögerbauer.

Siegertrio

2. Platz Siegele, Sieger Wögerbauer und 3. Platz ich

Nun habe ich einen ähnlichen Gehstil wie meine Tochter Carolin, nur ist sie erst ein Jahr alt ...

Pressebericht


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