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Wetter in kapstadt

Südafrika

Wir besuchten im September 2000 Südafrika. Wir beschränkten unsere Ziele auf die Kapgegend und die Gardenroute. Ursprünglich wollten wir bis Lesotho fahren, ließen dann aber bald von diesem Plan ab, da es auf unserer Route so vieles zu sehen gab. 

Südafrika, zumindest der Teil den wir erlebt hatten, ist sicher nicht das "typische Afrika" das man sich so vorstellt. Es ist sehr modern und, entgegen aller Berichte, auch sehr sicher und die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir hatten uns sehr wohl gefühlt. Für uns ist es eines der schönsten Urlaubsziele die wir bisher bereist hatten.

Tafelberg

Tafelberg vom Bloubergstrand aus gesehen

Wir hatten ein Mietauto zur Verfügung, mit dem wir 2.318 km abspulten. Gebucht hatten wir es bereits von zu Hause aus. Quartiere sind einfach zu bekommen, in jedem Dorf gibt es eine Touristinformation mit entsprechenden Unterlagen. Sie rufen auch an und reservieren das Zimmer. Klappt sehr gut. Auch sonst gibt es sehr viele Informationsmöglichkeiten und im Internet ist auch vieles zu finden.

Unsere Route in Kurzform: Kapstadt - Namaqualand - Kap der Guten Hoffnung - Wineland - Hermanus (Walbeobachtung) - Aghulas (südlichster Punkt Afrikas) - Gardenroute - Kleine Karoo - Kapstadt.

Kapstadt schmiegt sich in die "Schale" des Tafelberg und dem Meer. Südafrikas älteste Stadt (gegr. 1652) wurde schon von Sir Francis Drake als das "schönste Kap des Erdkreises" bezeichnet. Ein Teil des  Hafen, die V&A Waterfront, wurde lieblich als Touristen- und Einkaufszentrum hergerichtet. Von hier gehen die Fähren nach Robben Island, starten Hubschrauber zu Rundflügen und können auch andere Touren gebucht werden. Die Gastronomie lädt zum verweilen ein und der Shoppingkomplex ist sehr attraktiv in den alten Hafengebäuden eingegliedert. Musik- und Tanzgruppen spielen hier und man kann in der Sonne auch die Schiffe beobachten.

Von hier aus kann man Hubschrauberrundflüge buchen. Wir flogen in 20 Minuten die Küste bis Hout Bay entlang und dann über den Tafelberg und geradewegs über Kapstadt wieder retour - ein Riesenerlebnis!

Wir flogen mit Court-Helicopters, die recht günstig es anbieten (RAZ 320,-).

Ein Pflichtbesuch ist die ehemalige Strafgefangeneninsel Robben Island. Die Insel ist mittlerweile ein Nationalpark und deswegen nur beschränkt betretbar. Man darf die Insel nur mittels der eigens eingerichteten Fährdienst hinfahren (Rechtzeitig Karten besorgen!). Im Preis (RAZ 100,-) sind auch eine Bustour auf der Insel und der Besuch des Gefängnis inkludiert. Nelson Mandela hat hier den Großteil (27 Jahre) seiner Strafe verbracht. Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn hier über Gräueltaten gesprochen wird und die Jahreszahlen 1994, 1986, etc. fallen - alles Jahre die man selbst erlebt hat. In unserer Gruppe sind viele Südafrikaner gewesen, die von ihren Erlebnissen und Erfahrungen der Apartheid erzählten. Von willkürlichen Verhaftungen mitten in der Nacht, etc.. Dies war für mich auf jeden Fall sehr ergreifend - das war lebende Geschichte und aufarbeiten des erlebten für die Betroffenen.

Old Redidency House auf Robben Island

Nelson Mandela; Old Residency auf Robben Island

Im Gefängnis hatten wir einen ehemaligen (politischen) Häftling als Führer. Er hätte noch bis 2003 seine Strafe abzusitzen. Er berichtete über die brutalen Verhöre und Misshandlungen der Wärter. Auch von Einzelschicksale wusste er zu berichten. Wie etwa der einen Gefangene der sein eigenes Loch graben musste, reinkriechen bis nur mehr der Kopf übe die Erde rausschaute und dann wurde das Loch zugeschüttet. Mit Fußtritten wurde er traktiert um ein Geständnis zu erzwingen. Als er doch nicht gestand ließen die Mißhandler ihn im Loch, wo er sich dann selbst schwer verletzt befreien konnte. Er hatte schwerste Kopfverletzungen, in Auge verlor er. Das war noch eine Steigerung zu den Berichten der Gruppenmitglieder. 

Tafelberg

malerisches Kapstadt

Afrikaans kauderwelschWas wäre Kapstadt ohne seinem Tafelberg! Eine rotierende Seilbahn bringt die Besucher in 5 Minuten auf eine Höhe von 1,67 m. Das Plateau ist leicht zu bewandern. Der Gipfel (1.085m) ist in 2 Stunden von der Bergstation aus zu erreichen. Es ist eine nette leichte Wanderung. Der Ausblick auf Kapstadt ist wieder sehr schön, und auch Richtung Kap und bis zu den Bergen im Osten reicht der Blick. Wer Lust hat, kann den Berg auch auf einer der unzähligen Routen besteigen. Trittfestigkeit ist vorausgesetzt.

Was gibt es noch interessantes in Kapstadt? Zu empfehlen auf jeden Fall den Sonnenuntergang am Lionshead. Weiters die Gouvernement Avenue Entlangschlendern, vorbei an Parks, dem Parlament, und noch einige Gebäude mehr. Von der Kanzel der St Georges Cathedral predigt auch Erzbischof (und Friedensnobelpreisträger) Desmond Tutu. Das Castle mit seinen mächtigen Mauern gibt einen Einblick der ersten Jahre der Besiedlung Südafrikas.

Für Läufer kann ich die Strecke von Green Point Richtung Clifton empfehlen. Wunderschön zu laufen, flach, immer am Meer mit den brechenden Wellen zur einen Seite und den Bergen an der anderen Seite. Besonders beim Sonnenuntergang ein Erlebnis.

Im Sommer laden unzählige schöne Strände rund um Kapstadt zum Baden, Surfen, Strandspiele, etc. ein. Bei Clifton (hohe Wellen), Blaauwbergstrand (sollte man auf jeden Fall besuchen, da es einen Wunderschönen Blick auf Kapstadt mit Tafelberg bietet!), Hout Bay (Fischerdorf mit "Mariners Wharf"), False Bay.

In den Monaten August/September blüht das ansonsten trockene Namaqualand in allen Farben. Knorrige, aber sehr bunte Blumen färben die Wüste in bunte Wiesen ein. Ich bin sonst auch kein Pflanzenfreak, aber es war wunderschön durch die bunte Landschaft zu gondeln.

Beim Ausflug nach Groot Constantia sieht man die Weingüter von Simon van der Stel. Es sind sehr alte wunderschön hergerichtete Häuser zu sehen. Weinverkostung und ein Restaurant laden zum verweilen ein.

Groot Constantia

Groot Constantia

Unsere Quartiere: Brenwin Guesthouse, Kingslyn Guest House (zu empfehlen)

Ein Fahrt rund um das Kap gehört natürlich dazu. Unsere Route führte uns nach Muizenberg (endloslanger Strand mit bunten Strandhütten), Boulders (ein Muss!!! viele liebe kleine Pinguine aus nächster Nähe zu beobachten!), dann durch das Nature Reserve bis zum Kap.

Kap der guten Hoffnung

Kap der Guten Hoffnung

Am Kap herrschen ständig starke Winde. Die hohen Kliffen sind sehr imposant. Danach über Chapmans Point den Chapmans Drive entlang. Eine Straße die in den Felsen gebaut wurde und sehr wunderschön ist. Man kommt bei Hout Bay raus (wo wir auch Wale gesichtet hatten). Die beschriebene Tour haben wir in einem Tag bequem gemacht. Am besten ist es im Uhrzeigersinn (wie wir es gemacht hatten), damit man von der Sonne länger etwas hat.

Von Wasser allein kann der Mensch nicht leben. Deswegen statteten wir der Weingegend einen ausführlichen Besuch ab. Von Kapstadt aus in einer guten Stunde zu erreichen, aber wenn man vor hat an den zahlreichen Weinverkostungen teil zu nehmen, ist es besser in einer der Weingüter zu nächtigen. Fast alle Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an. Und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Weine sind generell sehr süffig. In den zahlreichen Restaurants speist man vorzüglich, Haubenlokale zu günstigen Preisen, und eine Flasche Wein zu zweit ist schnell geleert.

Doch nicht nur Weingüter sind hier zu besichtigen. Stellenbosch ist wie ein riesiges Freilichtmuseum. Alle Häuser im Kapholländischen Stil, Alleen und alles nett hergerichtet. Ebenso Franschhoek, das auch als Zentrum der Gourmets gilt. Davon konnten wir uns auch überzeugen.

Hier einige Weingüter: Weingenossenschaft, Hazendahl, Hartenberg, Lanzerac, Saxenburg, Boschendal, 

Unser Quartier in Stellenbosch: Rust en Vrede und in Franschhoek: Ballon Rouge

Als nächstes fuhren wir nach Hermanus zum Whalewatching. An der Küste Südafrikas kommen die Wale, der Southern Right Whale, bis auf 20 m zum Strand. Wir konnten einige beobachten, ganz nah an der Küste. Beeindruckend, abgesehen von der Größe, war, wie diese Tiere springen können.

Unser Quartier war The Potting Shed.

Das Cape Aghulas ist der südlichste Punkt Afrikas.

am südlichste Punkt Afrikas - Cape Aghulas

am südlichsten Punkt Afrikas

Danach ging es zur Gardenroute. Die Gardenroute reicht von Swellendam bis Tsitsikamma National Park. Es ist eine angenehme Route entlang der Küste mit vielen Buchten, Strände, hohen Kliffs und ein interessantes Hinterland mit Pässen, Flüssen und Wälder und vieles mehr.

Garden Route, Little Karoo

Garden Route

Swellendam hat ein sehr interessantes Freilichtmuseum im kapholländischen Stil. Auch ist der Bontebok National Park von hier leicht zu erreichen. Den Park kann man mit dem eigenem Auto befahren. Berühmt ist er durch den Bontebok geworden. Seiner Schönheit wegen wurde er gejagt und war beinahe schon ausgestorben. Daher wurde diese Gazellenart unter strengsten Naturschutz gestellt. Mittlerweile erholen sich die Bestände. Weiters sind verschiedene Gazellenarten und Zebras zu sehen. Ein kleiner Spaziergang am Fluss ist auch recht nett. Auch Landschildkröten haben wir gesichtet.

Bontebok

Bontebok

Nächste Station war Mosselbay. Sehenswert ist hier das Museum mit einem Nachbau des Schiffes von Bartolomeu Diaz. Ebenso der Post Office Tree und der Schuh der als Postkasten fungiert.

Post Office Tree

Knysna mit seiner wunderschönen Bucht war die nächste Station. Eine wunderschöne Lagune die zum Meer hin von 2 Steinkliffs flankiert wird. Von hier aus besuchten wir auch die alte Goldmine Millwood. Man sieht noch vereinzelt Maschinen und kann auch in einen Stollen reingehen. Taschenlampe nicht vergessen und keine Angst vor Fledermäuse! Ein Besuch zur Noetzie-Beach kann man auch empfehlen. Sie ist sehr schwer zu erreichen, dadurch sind auch nur Einheimische dort - sehr schöne kleine Sandbucht.

In Plettenberg legten wir einen Strandtag ein. Boogieboarden war angesagt! Und Wale sind bis knapp zum endlosen Sandstrand gekommen. Weiters ist der National Park "Robberg" sehr interessant, mit Bademöglichkeit!

Danach ging es zum Ende der Gardenroute, zum Tsitsikamma N.P.. Ein am Meer gelegenen Nationalpark mit einer wunderschönen Flußmündung. Von hier aus starten auch Mehrtagetreks. Wir marschierten einen gut ausgebauten Weg bis zum Stormriver, wo spektakulär eine Hängebrücke hängt. Man kann dann noch die steile Küste erklimmen wo ein herrlicher Blick wartet.

Nun ging es über Oodtshoorn in die Kleine Karroo, diese Route wird auch als die "Route 62" genannt. Wir besichteten eine Straußenfarm (und Gerlinde ließ es sich nicht nehmen zu reiten) und das beeindruckenden Höhlenlabyrinth Cango Caves. Mit einer Führung gingen wir in die Höhle wo man fantastische Stalaktiten und Stalagmiten Formationen bestaunen konnten. Durch die Lichttechniken wurde das Staunen noch verstärkt.

Cango Caves

"Orgelpfeifen"

Die Kleine Karroo ist ein schöner Kontrast zur üppigen Gardenroute. Trockene Landschaften inmitten von zwei Gebirgszügen. Obwohl es wenig Niederschlag hat, reicht das Wasser der vielen Flüsse aus um Landwirtschaft zu betreiben.

Straußenfarm

Strauße auf einer Farm

Literaturhinweis: Mai's Weltführer, Nr.43, Südafrika

Quartiere
Bed and Breakfast
(ein sehr gute Quelle)
Portfolio Collection (Exklusives)

Cotage Pie (Plettenberg - eines der besten!)
Südafrika (sehr Informativ) nochmals Südafrika
Kapstadt
Gardenroute
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